Nächste Woche sind hier Herbstferien und das heisst für mich: KEINE ARBEIT :(.... Alle Gruppen fallen aufgrund der Ferien aus und somit muss ich mich anderweitig beschäftigen. Aber ich wollte kein Urlaub nehmen, weil ich den nächstes Jahr noch massenhaft brauchen werde. Das ist auch wiederum gar nicht so schlecht, weil ich dann in viele andere Bereich der Kirchenarbeit schnuppern kann: So begleite ich nächste Woche vor allem die Diakonin Ulla Stina, die meistens in Laurentiusgården oder Sofiagården arbeitet. Das sind, so weit ich das weiss, jeweils betreute Wohnheime für alte Menschen und somit richtet sich meine Arbeit nächste Woche überwiegend auf ältere Mitmenschen (juhu, erst einmal KEINE Kinderlieder mehr;)). Aber ich begleite auch unsere Kirchmusikerin, die mittwochs immer im Krankenhaus in der dortigen Kirche arbeitet. Somit kann ich mir auch einmal einen kleinen Überblick über die Krankenhausseelsorge hier in Örebro machen. Das ist gar nicht so schlecht, denn auch das Krankenhaus gehört mit zur Olaus Petri Församling. Ja, und dann arbeite ich nächste Woche ein wenig mehr in der Küche und helfe donnerstags, wie gehabt, beim Torsdagsträffen.
Also, ich bin richtig gespannt auf nächste Woche und freue mich unendlich, mal etwas Neues zu sehen und ausprobieren zu dürfen. Zwar mag ich meine Arbeit sehr, aber ab und an was neues ist auch nicht schlecht. Das verhindert Alltagsgefühle;)...
Samstag muss ich dann ausnahmsweise mal wieder arbeiten: Es ist Allerheiligen und hier ein richtig angesehener Feiertag: Alle gehen in die Kirche und meine Pastorin hat mich gefragt, ob ich nicht die kleinen Kinder während des Gottesdienstes betreuen kann. Momentan herrscht nämlich aufgrund der Ferien etwas Personalmangel. Das muss man sich mal vorstellen: Hier arbeiten für meine Begriffe sowieso schon zu viele Menschen und jetzt herrscht PERSONALMANGEL!!!!!! Naja, aber ich habe zugesagt. Dann bekomme ich halt mal wieder irgendwann freie Tage und muss keinen Urlaub nehmen. Auch irgendwie praktisch;)...
Heute hatte ich übrigens noch ein sehr schönes Erlebnis. Es war mal wieder Familiengottesdienst und ich war in der Kirche zum Arbeiten. Vor dem Abendmahl hat mich ein älterer Herr gefragt (übrigens derselbe wie beim letzten Mal, Simone, erinnerst du dich?), ob ich ihm nach der Kommunion helfen könnte. Er wolle die Kirche etwas früher verlassen, aber er könnte das nicht allein. Zur Info: Er konnte nicht mehr alleine gehen und war auf seinen Gehwagen angewiesen. Somit sollte ich ihm die Türen öffnen und den Gehwagen die Stufen hinunter tragen. Das habe ich selbstverständlich bereitwillig gemacht, genau wie beim letzten Mal und er war soooo glücklich. Er hat sich dann mit mir etwas unterhalten und gefragt, ob ich aus Deutschland komme und hier als Diakonin arbeite. Ich habe ihn dann etwas von mir auf dem Weg erzählt und er war sehr gerührt über so viel Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft! Er hatte echt eine Träne in den Augen. Zum Abschied hat er mich dann umarmt, mir einen kleinen Dankekuss auf die Wange gegeben und sich tausend mal bedankt. Ich war echt gerührt über soviel Dankbarkeit und hatte das Gefühl, eine wirklich gute Tat vollbracht zu haben. Dabei war es total selbstverständlich für mich, aber trotzdem ist dann diese Dankbarkeit das schönste Geschenk.
Heute Vormittag habe ich dann die Küchenaufsicht gehabt, weil meine Mentorin gerne früher gehen wollte. Also sollte ich mich um die ganzen Leute beim Kirchkaffee kümmern und dann natürlich später auch aufräumen. Aber ich stand dort nicht allein, ich hatte Hilfe von ein paar anderen Frauen. Trotzdem sollte ich die Verantwortung tragen und es hat prima geklappt. Ich war schon ein wenig stolz auf mich:)...
Heute Nachmittag werde ich dann ein bisschen Schwedisch lernen. Ich muss dringend ein paar Vokabeln lernen;)...
Also, macht es gut und viele liebe Grüsse aus Örebro
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